Satellitenmessungen (Landsat 8/9) erfassen die Wasseroberfläche (< 1 mm) und sind nur bei wolkenfreiem Himmel verfügbar. Der Satellit überfliegt den gleichen Punkt nur alle 16 Tage. Das Modell (Simstrat) zeigt die Temperatur in 1 m Tiefe.
An heissen, windstillen Sommertagen erwärmt die Sonne die Oberfläche stärker als das Wasser darunter: Es entsteht ein «warm layer». Der Satellit würde dann höhere Temperaturen zeigen als das Modell auf 1 m. Der Unterschied kann an solchen Tagen 1–3 °C betragen.
An einem windigen Regentag durchmischt Wind die obere Wasserschicht und bricht die Schichtung auf, Oberfläche und 1 m Tiefe nähern sich an. Regen kühlt zudem die Oberfläche direkt. Der «cool skin effect» dominiert — der Satellit würde leicht tiefere Temperaturen zeigen als das Modell, aber der Unterschied wäre klein (< 0.5 °C). An solchen Tagen sind die beiden Werte also am ähnlichsten zu erwarten.